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„Hello again – Viel zu lang war die Zeit…“ (Howard Carpendale)

Eine echte Herausforderung und neue Wege
Wenn das Bestreben, Menschen zueinander zu bringen und helfendes Miteinander zu schaffen, der zentrale Mittelpunkt beruflichen Lebens ist, dann müssen sich die vor Monaten verhängten Kontakteinschränkungen, sowie die Anordnung zur Distanzwahrung angefühlt haben, als stünde man auf einer Insel und sämtliche Brücken und Wege hinüber wären versperrt und unbegehbar. Irgendwann hörte man Sätze wie: Nichts wird mehr so sein wie früher! Vielleicht war das ein wenig übertrieben, aber unzweifelhaft ist, dass Vieles seit Monaten anders geworden ist und vielleicht noch für eine längere Zeit anders sein wird.

Als ich mich vor einigen Wochen, nach einem Vierteljahr zum ersten Mal wieder zu einer Redaktionssitzung mit Claudia Balkhausen bei MachMit treffe, sitzen wir selbstverständlich in gebührendem Abstand zueinander und in einem etwas größeren Büro als üblich. Hände am Eingang desinfizieren, Mundschutz erst im Raum abnehmen und den anderen Damen nur von weitem grüßend zuwinken. Kaum angekommen – und schon ist alles etwas anders als sonst. Strikte Abstandsregeln und Hygieneprogramme für eine Welt des normalerweise unmittelbaren Miteinanders.
„Die letzten Monate waren eine echte Herausforderung – für uns alle!“, erzählt Claudia Balkhausen. „Ab Mitte März gab es keinerlei persönliche Beratungsgespräche mehr im Büro.
Wir hauptamtlichen Mitarbeiterinnen waren hier, manche auch im Homeoffice, aber ein persönlicher Kontakt zu Interessierten gab es nicht mehr, außer am Telefon oder per Mailkontakt. Die meisten der Einrichtungen waren geschlossen und das ehrenamtliche Engagement kam hierdurch weitestgehend zum erliegen.
Da macht man sich schon Gedanken, wie es weitergehen wird, denn viele Menschen wollen sich ja engagieren, rufen an und fragen, wie sie in einer solchen Situation generell helfen können.“ Es wurden Helfer*innen-Listen von MachMit erstellt, so konnten die Helfer*innen schnell mittels Sonder-Newslettern erreicht werden.
„Die Einrichtungen wurden in der Not erfinderisch und hatten Ideen wie Sie mit den Ehrenamtlichen in Kontakt bleiben können, oder schafften neue Einsatzmöglichkeiten.“ Und das, dieses Erfinderische, erzählt Claudia Balkhausen, „das ist etwas, das uns sehr gefreut hat und das schön zu sehen ist, nämlich wie viele Leute viele Ideen entwickeln, um aktuell und ihren Möglichkeiten entsprechend zu helfen oder einen Beitrag zu leisten.
Das reichte und geht von Maskennähen, Einkaufshilfen im Viertel, über Briefeschreiben bis zu regelmäßigen Telefonaten mit Senioren*innen. Und um zu zeigen, dass wir bei MachMit natürlich noch alle da und bei der Sache sind, haben wir in diesen Wochen den ein oder anderen Sondernewsletter veröffentlicht, der über das Engagement und Geschehen in diesen problematischen Zeiten berichtete.“
Nicht zuletzt eröffneten die Digitalen Medien neue und hilfreiche Möglichkeiten in diesen Zeiten. Fortbildungen für Ehrenamtliche wurden von MachMit zum Teil online angeboten.
Bereits begonnene Projekte wie die 1:1 Sprachkurse oder Hausaufgabenhilfen der Welcome-Points, wurden online weitergeführt und ausgebaut.

Ausblick Veranstaltungen und persönliche Engagementberatung

Die Ehrenamtsmesse der Landeshauptstadt Düsseldorf am 22.09.20 fand diesmal nicht auf dem Corneliusplatz, sondern Online statt. MachMit-Die Freiwilligenzentrale und die Freiwilligenagentur impuls, haben einen gemeinsamen Kurzfilm mit Ehrenamtlichen hierfür gedreht. Gestartet wurde mit einem Live Talk. Oberbürgermeister Thomas Geisel sprach mit Ehrenamtler*innen über das Suchen und Finden eines Ehrenamtes. Im Anschluss um tauschte sich der Moderator André Scheidt mit der Social Media Expertin, Simone Dogu, zum Thema: „Ehrenamt Online – Social Media und weitere digitale Möglichkeiten für ehrenamtliche Organisationen“ aus.

Die im März ausgefallene „Informationsveranstaltung – Talkrunde Ehrenamt“ wird am 29. Oktober online, zusammen mit der Freiwilligenagentur impuls der Caritas nachgeholt. Drei Einrichtungen stellen sich über das Internet vor, hierzu werden noch Einladungen verschickt.

Nur noch Online?

„Was ist mit dem persönlichen Austausch und der Beratung bei MachMit? Fällt jetzt alles das, was in den letzten 20 Jahren im direkten Austausch aufgebaut wurde nach und nach weg?!“ fragte ich
Claudia Balkhausen.
„Nein! Ganz und gar nicht!“ Jetzt, zum Ende der Sommerferien, wird schrittweise und in Absprache mit den Einrichtungen und deren Möglichkeiten, versucht das Ehrenamt wieder aufzunehmen. Vorsichtig und der Situation angepasst. Die Angebotspallette des ehrenamtlichen Engagements kann vielleicht noch nicht ganz ausgeschöpft werden, denn das ein oder andere ist eben noch nicht machbar. Aber auch das wird sich hoffentlich in den nächsten Monaten ändern.
„Ab September bieten wir bei MachMit wieder persönliche Beratungsgespräche an, was uns alle besonders freut.“ Wer zu einem Beratungsgespräch kommen möchte, schreibt bitte eine Mail an claudia.balkhausen@diakonie-duesseldorf.de oder ruft an unter Tel. 0211 73 53 362

Wie sang Howard Carpendale anno 1984?
„Hello again, du ich möchte dich heut noch sehn. Ich will dir gegenüber steh’n, viel zu lang war die Zeit …“
In diesem Sinne.

Text und Foto: Thomas Christen

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