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Humor hilft heilen

Andreas Bentrup ist Schauspieler, Theaterpädagoge und Kontaktclown mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit demenziell veränderten Menschen. Und er ist
zertifizierter Humorfortbilder der Stiftung ‚Humor hilft heilen‘ von Dr. Eckart von Hirschhausen.

Kontaktclown? Was, bitte schön ist das denn? Nimmt da einer andere Menschen auf die Schippe? Macht er sich über sie lustig? Weit gefehlt!
Wenn Andreas Bentrup in die Rolle des Kontaktclowns schlüpft, wird er zu etwas ganz besonderem. Seit 20 Jahren übt der Schauspieler und Pädagoge diesen Beruf aus und irgendwann, vor 10 Jahren, fragte er sich: Wenn ich schon auf Bühnen stehe, oder lehre, wenn ich schon Künstler bin, warum soll ich dann anderen nicht ein wenig davon zeigen und mitgeben?
„Der direkte Kontakt mit Menschen ist mein Lieblingsspiel, Musik meine große Leidenschaft“, so Andreas Bentrup. Also dachte er sich: Wie könnten zum Beispiel Pflegekräfte oder Klinikmitarbeiter von einer solch kleinen großen Kraft profitieren?
So entstand das Tätigkeitsfeld des Humortrainers.

„Viele meinen, Humor sei ein Charakterzug“, sagt Andreas Bentrup, „aber das stimmt nicht ganz. Humor ist eine Fähigkeit, und die kann man erlernen.“
In den letzten Jahren erarbeitete er mit verschieden Kooperationspartnern, wie dem Evangelischen Johanneswerk, der Stiftung Neuerkerode und eben der Stiftung Humor-Hilft-Heilen in unterschiedlichen Projekten. Mit der Unterstützung von ein wenig Schminke, Kostümen, einer Ukulele und vielen Ideen besucht er jeden Monat diverse Senioren- bzw. Altenhilfe-Einrichtungen, um einen oft zu grauen Alltag farbiger zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit den hauptamtlich Beschäftigten wird regelmäßig von ehrenamtlich Tätigen begleitet.
‚Gustav’ nennt er sich als Clown, und ist das, was man eine rundum wirkungsvolle Medizin nennen kann.

Denn Humor ist weit mehr als ein beiläufig geäußerter Witz, aufgesetzt gute Laune oder ein sporadisches Lächeln. Und vor allem weit mehr, als die allgemein bekannte Antwort auf die Frage, was Humor sei, die da behauptet, er sei das wenn-man-trotzdem-lache.
Und dies versucht Andreas Bentrup in seinen Humorseminaren als Fortbilder zu vermitteln.
„Die Frage ist stets: Wie geht man adäquat mit Bedürftigen um? Alles ist immer auch ein Sympathie- bzw. Empathietraining, das die innere Haltung einer Wertschätzung festigt.“
Bei seinen Besuchen und in den Seminaren dürfen durchaus auch einmal traurige Gefühle aufkommen. Denn: Schminkt sich ein Pierrot nicht auch schon einmal eine Träne auf sein weißes Gesicht! Aber eines darf nie fehlen – eine gewisse Leichtigkeit.
„Humor ist das Schmiermittel für das gesamte Miteinander.“ Und so hieß eine NRW-weite Aktion nicht umsonst ‚Beziehungspflege mit Humor’. Humor hilft eben heilen …

Die Workshops und Seminare für Ehrenamtliche finden in regelmäßigen Abständen zu den Themen Humor in der Pflege, Humor am Lebensende sowie zum Thema Resilienz statt. Das nächste Seminar, findet am 28.10.2020 von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr statt. Dieses Seminar wird auch als Webinar am 27.11.2020 von 16.45 bis 18.00 Uhr angeboten.
Nähere Informationen und verbindliche bei birgit.edinger@diakonie-duesseldorf.de.
Fortbildungen für Ehrenamtliche – 2. Halbjahr

Text: Thomas Christen
Foto: Andreas Bentrup

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