Zum Inhalt springen

Masken nähen – für sich und andere

Kreativität ist gefragt

1989 erschien eine Schallplatte von Udo Jürgens mit dem Titel „Masken – Masken“. Dort heißt es in einer Textpassage: „Masken – ohne Masken, woll’n wir uns begegnen. Masken – ohne Masken, voreinander steh’n…“ Würde man den Titel dieser Tage im Radio hören, beschlich nicht wenige von uns wohl ein eigenartiges Gefühl, vielleicht auch gepaart mit einem nachdenklichen Lächeln ob solch seltsam anmutender Deutungsveränderung. Selbstverständlich standen die damaligen Worte in einem komplett anderen Zusammenhang…

Seit dem 27. April 2020 und vor dem Hintergrund der aktuellen Lage ist das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit eine sinnvolle Pflicht, ein dringend empfohlener und sogar verordneter Schutz, keine Tarnung und keine Verschleierung mehr, kein Zeichen einer lustigen karnevalistischen Verkleidung.
Im Kielwasser dieser von den meisten Menschen nachvollziehbar verordneten Pflicht, stellt sich dann allerdings schon früh die Frage: wo sollen denn diese Millionen von Masken für den Alltag herkommen? Und hier zeigt sich, dass menschliche Kreativität und Hilfsbereitschaft Erstaunliches hervorbringen können.

Hilfe zur Selbsthilfe

Im Welcome Point 01 in Derendorf treffen sich seit langem Frauen und nähen gemeinsam mit den vorhandenen Nähmaschinen. Die Corona Krise kam und es gab die Möglichkeit, andern durch das Nähen von Masken zu schützen.
Schon Ende März fragten die ersten Gäste, ob sie sich die Nähmaschinen ausleihen könnten, um sich Mundschutze zu nähen. Diese Eigeninitiative wurde selbstverständlich von Beate Loskamp, Koordinatorin der Welcome Points, gefördert.
So war die Idee zu einem Projekt geboren, in dem Geflüchtete ihre eigenen Kompetenzen einbringen können und gleichzeitig in einer für sie belastenden Situation die Gelegenheit haben selbst etwas zu tun. Im Sinne des Mottos „Hilfe zur Selbsthilfe“ entwickelten die Kolleginnen der Flüchtlingsberatung in den Unterkünften und den Welcome Points ein gemeinsames Projekt.

Mit Spendenmitteln wurden Nähmaschinen, Stoffe und Gummiband gekauft. In den Welcome Points sind Nähstationen aufgebaut, sodass die Gäste nicht nur in ihren Wohnungen sondern auch dort nähen können.
Bewohnerinnen und Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte beteiligen sich und fertigen Mundschutze an. Man tut etwas. Für sich und für andere. Für das eigene Wohlergehen und gegen die Ausbreitung des Virus. So lenkt das Ganze nicht zuletzt auch den Blick weg von den Belastungen, hin zu den Ressourcen und das Vertrauen in die eigenen Handlungsmöglichkeiten.

Denn eines ist wohl unbestritten: irgendwann will man eine Textpassage wie die des erwähnten Liedes wieder uneingeschränkt und in ihrem ursprünglichen Sinn verstehen…
Beate Loskamp / Thomas Christen


Mit nähen?

Sie möchten das Projekt unterstützen? In Flingern und Eller suchen wir noch Näherinnen und Näher. Aufgrund der Hygienebestimmungen kann immer nur eine Person die Nähstation in der Einrichtung nutzen. Die Zeiten werden mit Ihnen und der Koordinatorin abgesprochen. Die Mundschutze können in Absprache auch zu Hause genäht werden.
Schreiben Sie bitte eine Mail an:
claudia.balkhausen@diakonie-duesseldorf.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.