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Immer eine offene Tür – 117 Jahre Düsseldorfer Bahnhofsmission

Glaubensübergreifende Hilfe

Im Herbst dieses Jahres feiert die Deutsche Bahnhofsmission ihr 125igtes Jubiläum an ihrem Gründungsort Berlin. Binnen kürzester Zeit entstanden damals um die Jahrhundertwende bereits an 55 Orten Einrichtungen, deren vorderstes Missionsziel war, dazu beizutragen, dass junge Mädchen und Frauen auf ihrer Reise oder ihrem Umzug vom Land in die unbekannten und nicht ungefährlichen neuen Städte „nicht unter die Räder kamen“. In Düsseldorf begann alles 1902 mit zwei Schreibtischen im Wartesaal der dritten Klasse, an denen einerseits katholische andererseits evangelische Damen der werten Gesellschaft ihre Hilfe anboten. Seit 1910 wird bundesweit so ein ökumenisch-christlicher Gedanke gepflegt und bis zum Nationalsozialismus waren die jüdischen Frauen in den Bahnhofsmissionen selbstverständlich dabei.

Angebote, Angebote, Angebote …

Ein zum Schmunzeln anmutender Satz des Düsseldorfer Satirikers Hermann Harry Schmitz (1880-1913) stammt aus einer Erzählung über die Düsseldorfer Bahnhofsmission des Jahres 1906 „Einige abgestandene Mädchen vorgeschrittenen Jahrgangs, die leider auch nicht mehr die geringste Aussicht hatten, moralisch gefährdet zu werden, wandten sich wohl ab und zu Auskunft heischend an die Rosettengeschmückte und wurden auch in den meisten Fällen mit großer Geschicklichkeit in die falschen Züge oder auf einen unrichtigen Bahnsteig gewiesen …“
Rosettengeschmückt sind die Helfer und Helferinnen heute nicht mehr. Sie tragen blaue Westen mit dem deutlich sichtbaren Emblem der Bahnhofsmission. Und nein, sie weisen nicht auf falsche Züge hin (wenn sie es denn jemals getan haben!).

Das heutige Hilfsangebot der Düsseldorfer Bahnhofsmission ist beeindruckend umfangreich und vielschichtig. Unter der Leitung von Barbara Kempnich (Diakonie Düsseldorf) und Robert Modliborski (IN VIA) bietet die Mission täglich ab 7.00 Uhr morgens Schutz und Zuspruch für Wohnungslose sowie Reise- und Orientierungshilfen für ältere Menschen, Familien und im Reisen weniger geübte Personen. Des Weiteren gibt es das Projekt „Kids on Tour“, bei dem ehrenamtlich Tätige, Kinder auf einem festen deutschen Streckennetz von A nach B begleiten und für eine sichere Reise und Ankunft sorgen. Darüber hinaus engagiert sich die Bahnhofsmission in den Projekten „Kinderlounge“ und „Quartiersarbeit“. Hier haben regelmäßige Besucher der Bahnhofsmission die Möglichkeit bei Quartiersspaziergängen gemeinsam mit Nachbarn und Interessierten ihr Heimatquartier und ihre Mitmenschen näher kennenzulernen. Das Düsseldorfer Tanzhaus, das Schauspielhaus, die Drogenberatung, kulturelle und kirchliche Einrichtungen und und und haben so bisher dazu beigetragen Integration und Miteinander zu fördern. Schlussendlich gab es 2017 und 2018 das von Markus Ambach mit vielen Künstlern und Nachbarn organisierte Kunstprojekt „Von fremden Ländern in eigenen Städten“, bei dem ganz unterschiedliche Aspekte menschlichen Miteinanders aus unterschiedlichen Perspektiven in 10 sogenannten „Wunderkammern“ präsentiert wurden. Die Bahnhofsmission nahm mit einer Wunderkammer an der Ausstellung teil.

Ehrenamtlich Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.
Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Aufgabe bei der Bahnhofsmission hat, oder sich allgemein für eine Ehrenamt interessiert, der kann sich bei Claudia Balkhausen, Tel. 0211 7353362, email: Claudia.Balkhausen@diakonie-dueseldorf.de jederzeit informieren.

Text: Thomas Christen
Foto: Bahnhofsmission

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