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„Lesen ist ein großes Wunder“

„Lesen ist ein großes Wunder“ – ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach.

„Der Glückliche Löwe!“, sage ich, als ich die perfekt vorbereiteten Interviewzeilen Wolfgang Kochs lese. „Das Buch kenne ja sogar ich noch aus meiner Kindheit. ‚…eines Tages beschloss der glückliche Löwe, seinen Freunden in der Stadt einen Besuch abzustatten.’
Nein, Wolfgang Koch ist selbstverständlich kein Löwe (wiewohl er ebenfalls einen glücklichen Eindruck vermittelt). Aber seinen ‚Freunden’ in der Stadt stattet auch er regelmäßige Besuche ab …

Wolfgang Koch ist in eigener Kanzlei als Wirtschaftsprüfer und Gutachter tätig, hat zwei Enkelkinder (vier und ein Jahr alt), die – wie er bedauernd bemerkt – viel zu weit weg von ihm in Hamburg wohnen und ist immer sehr gut mit Kindern ausgekommen. Er ist Autor von Veröffentlichungen zu den unterschiedlichsten Themen, schätzt Aphorismen und Lyrik, Kunst und Literatur, macht viel Musik (Klavier und Kammermusik), singt in verschiedenen Chören und erfreut sich an seinen Gärten in Lörick, in die auch schon einmal Kindergartenkinder mit ihren Eltern eingeladen werden. Und so sitzen wir bei Kaffee und Gebäck und er erzählt:
„Ich bin seit Januar 2018 Vorlese- und Musikpate im ev. Kindergarten in Niederkassel und schätze das dort herrschende angenehme Klima und meinen Kontakt zur Kindergartenleiterin Frau Mans sehr.

Mein Kennzeichen ist eine kleine weiße Plüschmaus, „Leo-Lese-Maus“, die Erstaunliches kann. Die Kinder nehmen sie während des Vorlesens immer gerne in ihre Obhut. Ich wechsele wöchentlich zwischen den drei Gruppen und lese jeweils in zwei Stunden etwa zehn Bücher vor, wobei mir die Einbeziehung der Kinder durch Nachfragen und „Wimmelbuch-Suche“ sehr wichtig ist.
Ich bin jedes Mal wieder fasziniert darüber, mit welcher Konzentration und Fröhlichkeit die Kinder über eine so lange Zeit zuhören.
Vorgelesen werden sogar noch Kinderbücher aus der eigenen Kindheit (Der glückliche Löwe!) und der Vorlesezeit mit den eigenen Kindern (z.B. Die Reise mit der Jolle). Es kommen ständig weitere Bücher dazu, mir hat sich ein neues Literatursegment erschlossen. Inzwischen habe ich schon ein ganzes Bücherregal nur mit Kinderbüchern. Auch auf die Kindergartenbibliothek sowie die sehr gut sortierte Stadtteilbibliothek an der Luegallee greife ich immer wieder gerne zurück.
Gelegentlich bringe ich ein kleines elektronisches Klavier mit, auf dem die Kinder sich austoben dürfen. Neulich habe ich Noten entdeckt, die berühmte und kindertaugliche Konzertkompositionen (z.B. Karneval der Tiere von Saint-Saens oder Hänsel und Gretel von Humperdinck) in einer Mischung aus Vorlesebuch, Bildern und bewusst einfach gehaltenen Musikstücken für das Klavier darbieten.“

Wenn man Wolfgang Koch zuhört, zweifelt man keine Sekunde daran, dass er seine ehrenamtliche Tätigkeit mit Herzblut betreibt. Und man versteht, wenn es ihm am Ende des Gesprächs wichtig ist, zu sagen:
„Liebe Eltern! Lesen Sie vor, nicht nur kurz vor dem Einschlafen, sondern auch länger tagsüber. Bescheren Sie Ihren Kindern einen gut sortierten Bücherschrank und eine kuschelige Leseecke. Vielleicht können Sie Ihr Kind auch motivieren, ein Instrument zu lernen. Sprachliches und musikalisches, phantasievolles Vermögen bieten die besten Bildungs- und Berufschancen. Und an potentiell ehrenamtlich Tätige: ein Ehrenamt macht Freude und Freunde. Und glauben Sie mir: Was Sie geben, kommt dreimal zu Ihnen zurück …“

Wer Interesse an einer ähnlichen ehrenamtlichen Tätigkeit hat, oder sich allgemein für eine Ehrenamt auch in anderen Bereichen interessiert, der kann sich bei Claudia Balkhausen, Tel. 0211 73 53 362, Claudia.Balkhausen@diakonie-dueseldorf.de jederzeit weitere Informationen einholen oder seine Mithilfe anbieten.

Thomas Christen, Wolfgang Koch

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