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Ball der gemeinsamen Herzen (Teil 2) – „Gertis Stimmen“

Sie planen, entwickeln und proben seit einem halben Jahr. Und es ist fast genauso wie im Theater der Profis. Plötzlich fällt ein wichtiger Charakter aus, unvorhersehbare Problemchen müssen gelöst, Ideen und Pläne müssen geändert werden. Aber zum Glück gibt es die Fantasie und die ungebrochene Freude an der Sache. Und so arbeiten ein halbes Dutzend ehrenamtliche Seniorinnen und Senioren seit einigen Monaten unter der Leitung der Theaterpädagogin Nadine Frensch und der hauptamtlichen Mitarbeiterin des Arbeiter-Samariter-Bundes, Beate Loskamp an „ihrem Stück“, erstellen Kostüme und sammeln Requisiten und Ausstattungsgegenstände. Am 27. September 2018 um 18 Uhr feiert „Gertis Stimmen“ Premiere im zentrum plus in Holthausen, Henkelstraße 15. Alle sind herzlich eingeladen.

„Was gäbe ich drum, wenn ich wüsste, was gerade in deinem Kopf vorgeht“. Das ist der geradezu buchstäbliche Leitgedanke des biographischen Theaterstückes „Gertis Stimmen“. Biographisches Theater basiert und schöpft aus dem Erfahrungs- und Lebensuniversum seiner Teilnehmer. Die Puzzlesteine des individuell Erlebten ergeben dabei einen kollektiven Erfahrungshorizont. Persönliche Gedanken und Gefühle werden szenisch um den roten Faden einer Geschichte geknüpft und mit den dramaturgischen Möglichkeiten des Theaterspiels zusammengesetzt. Und das Ergebnis ist ein unterhaltsames, nachdenkliches, augenzwinkerndes und nicht selten äußerst witziges Stück Schauspiel. Denn die ambitionierten Damen und Herren machen ihre Arbeit ausnehmend gut. Den Ideenrahmen gab die Leiterin Nadine Frensch vor: „Im Kopf der 75jährigen Gerti geht es gerade alles andere als einfach zu“, erzählt sie, „schließlich will die Entscheidung, ob sie mit ihrer neuen Liebe Kurt zusammen ziehen will, gut überlegt sein. Und so liefern sich Gertis Stimmen in ihrem Kopf ein heißes Wortgefecht. Aber das Publikum erlebt nicht nur Gertis Konflikt, sondern erfährt gleichzeitig kleine Anekdoten aus dem Leben der Spielenden, die behutsam in die Geschichte eingewoben werden.“
Und so erlebt der staunende Betrachter Zweifel und Annäherung. Gerti und Kurt beim Tanz, im Trubel einer Kirmes, im Schummerlicht eines Kinobesuchs, oder bei Kerzenschein im Restaurant. Und am Ende … Aber das wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten. Man ahnt es allerdings. Und freut sich aufrichtig mit.

Das Projekt wird durch den Verfügungsfonds aus dem Programm Soziale Stadt der Landeshauptstadt Düsseldorf und des Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung gefördert. Und auch an dieser Stelle wieder ein Wort von Oscar Wilde zum Schluss: Das Stück war ein großer Erfolg. Nur das Publikum ist durchgefallen. Lassen wir es nicht soweit kommen! In diesem Sinne …

Text: Thomas Christen
Foto: Beate Loskamp

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