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ArrivalAid – Hilfe im Dschungel einer fremdländischen Bürokratie

ArrivalAid ist eine gemeinnützige Organisation, die Flüchtlinge/Asylsuchende auf dem Weg in die Integration begleitet und unterstützt. In zwei parallel laufenden Projekten – der ArrivalAid Anhörungs- und Klagebegleitung an den Standorten München, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und Köln sowie der ArrivalAid Integrationsbegleitung am Standort München werden ehrenamtliche Mitarbeiter qualifiziert und umfangreich eingearbeitet und geschult, um dann die Asylsuchenden bestmöglich auf ihren Anhörungstermin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vorzubereiten und ihnen darüber hinaus mit Rat und Tat bei Problemen und Fragen zur Seite zu stehen.

Fremde Länder, fremde Sitten – und Regeln

Am Ende eines oft nicht einmal selbst gewählten Fluchtweges wartet nicht selten das Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Zudem haben Asylsuchende oft zu wenige Informationen über den Verlauf ihres Asylverfahrens. Sie haben keine Kenntnis darüber, worauf sie während der Anhörung beim BAMF achten müssen, damit ihre individuelle Situation wahrgenommen und berücksichtigt wird.
Christian Arnold, Koordinator von ArrivalAid Düsseldorf, koordiniert das 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsbewegung in München konzipierte Projekt. Damals war der Plan, der überwältigenden Spontanhilfe vieler Menschen eine qualifizierte und strukturierte Basis zu geben.
Eberhard Huppatz ist einer von mittlerweile 51 ehrenamtlichen Helfern. „Man hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen“, erzählt er. „Ich habe 2015 die Berichte gehört und die Bilder gesehen. Ich wollte den Menschen gerne helfen, in ihnen mehr als eine statistische Größe sehen, ein positives Zeichen gegen die auch erkennbare Ablehnung setzen“. Geholfen haben ihm dabei seine bereits gemachten Erfahrungen mit einer kurdischen Patenfamilie aus Kirgisistan, deren Aufenthaltsgesuch wegen Fehlern in der persönlichen Vermittlung trotz rechtlichem Beistand abgelehnt wurde.

Asylrecht: eigentlich ein Individualrecht – und ein Politikum

Eberhard Huppatz’ Erfahrungen sind durchaus ambivalent. Er kann von einfühlsamen und verständnisvollen Anhörungen berichten. Aber auch von Momenten, in denen Anhörungen eher einem Verhör glichen. „Singen Sie mal die Nationalhymne! Sie sind nicht aus dem Iran … Sie sind aus Afghanistan …“
Nicht zuletzt deswegen helfen Sprach- und Kulturvermittler die individuelle Lage und Situation glaubwürdig darzustellen und die oftmals nachvollziehbare Scheu und Angst davor alles zu erzählen zu überwinden.

Wer Interesse an einer anspruchsvollen und ambitionierten ehrenamtlichen Tätigkeit hat, die darüber hinaus geeignet ist Vorurteile abzubauen und die einen tiefen Einblick in menschliche Schicksale bietet, der kann sich bei Claudia Balkhausen, Tel. 0211 73 53 362, claudia.balkhausen@diakonie-duesseldorf.de melden.

Thomas Christen

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