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Was mich bewegt – Ehrenamt in der Sterbebegleitung

Was bewegt Menschen andere Menschen während ihres Abschiedes vom Leben zu begleiten?

Sterben ist nicht immer ein sanftes Einschlafen im Kreise der Familie, es kann brutal sein oder zermürbend. Bei den Menschen, die sich für ein Ehrenamt im Hospiz interessieren, ist der Wunsch Sterbende zu begleiten oft langsam gewachsen. Das Thema ruft sie. Die Erkenntnis, dass Sterben etwas ganz Besonderes ist, möchten sie mit anderen teilen. Und so ist es dann unter den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen im Hospiz, sie spüren beim anderen, dass er genauso empfindet und verstehen sich.
Viele haben selber einen nahen Angehörigen sterben sehen. In einer akuten Trauerphase ist es nicht ratsam, gleich in die Begleitung Sterbende einzusteigen. Später wird die Frage, welche Rolle der Tod in der eigenen Biografie spielt zum Thema in der vorbereitenden Fortbildung.
Wer Begleitung Sterbender machen möchte, meldet sich bei einem der ambulanten oder stationären Hospizdienste in Düsseldorf. Bei dem ersten Gespräch klären beide Seiten, ob es sinnvoll ist, in die Fortbildung einzusteigen. Die Interessenten müssen die Bereitschaft mitbringen, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und sich mit sich selber auseinanderzusetzen. Denn bei den Begleitungen muss man sich einlassen können, die eigenen Wünsche zurückstellen und die des anderen – seien sie auch noch so fremd – annehmen.
In der Regel geht die Fortbildung über ein ¾ oder 1 Jahr. Die Interessenten wachsen in die Ehrenamtsgruppe des Hospizdienstes hinein und so entsteht das Vertrauen, das nötig ist, um sich zu öffnen. In den Treffen der Praxisgruppe werden wesentliche Dinge besprochen, Ehrlichkeit ist dabei ein hohes Gut. Durch den Austausch von Erlebnissen und Erfahrungen wächst das individuelle wie das gemeinsame Verständnis für dieses besondere Wegstück des Lebens, das Sterben.
Jeder, der ein Ehrenamt im Hospizdienst aufgenommen hat, sich eingelassen hat, andere begleitet hat, tut etwas grundlegendes für sein Leben und profitiert in allen anderen Bereichen davon. Klar dabei ist, Sterbebegleitung ist eine Herzensangelegenheit.

Ursula Wolter

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