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Rituale helfen beim Leben und beim Sterben

Viele von uns starten den Tag nach einem geordneten Ablauf: Kaffee kochen, Frühstück zubereiten und dabei die Zeitung lesen. Hierbei handelt es sich um recht banale ritualisierte Abläufe, aber jeder von uns weiß wie schnell der Tag „erledigt“ sein kann, wenn die gewohnte morgendliche Routine gestört wird und der Tag stressig startet. Rituale geben uns eine Struktur vor, an der wir uns orientieren können. Sie geben uns eine Vertrautheit und dadurch eine gewisse Sicherheit. Wichtige Lebensereignisse werden begleitet von Ritualen und Zeremonien. Die Geburt, die Taufe und die Hochzeit. Hier denken wir gerne an freudige Rituale, wir begrüßen einen neuen Menschen in unserem Leben und feiern das. Rituale geben uns einen Rahmen vor, in dem wir uns je nach kulturellem und religiösen Hintergrund bewegen. Wir wissen was und wann etwas „zu tun ist“ und was erwartet wird. Wie steht es mit den Ritualen in der Sterbebegleitung und beim Tod? Können sie dem Sterbenden und dem Begleitenden Trost und Sicherheit geben? Ja sie können, auch dann wenn einem einmal die Worte fehlen. Welche Rituale zum Tragen kommen hängt vom religiösen, kulturellen oder spirituellen Hintergrund des Sterbenden ab. Hierzu bieten Hospizdienste Schulungen und Literatur für die Ehrenamtlichen an. Wichtig in der Begleitung ist der verlässliche Besuch, die uneingeschränkte Aufmerksamkeit gegenüber dem Sterbenden und die Zeit die man miteinander verbringt. Einen Rhythmus finden, in dem sich der Mensch wohl fühlt, abhängig von der körperlichen Situation finden sich hier häufig von „alleine“ kleine und regelmäßige Rituale wie: Vorlesen, Fotos ansehen, den Lieblingsfilm zusammen anschauen oder gemeinsam etwas zu Essen. Und nicht zu vergessen, aktiv zuhören, den Menschen reden lassen, über das was ihn bewegt.

Claudia Balkhausen

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