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Die Lebensmittelausgabe der Diakonie in Flingern

Die Wichtigkeit und überhaupt das ehrenamtliche Engagement in Institutionen wird oft unterschätzt und wenig wahrgenommen. Im Rahmen meines Studiums an der IN.D am Institute of Design möchte ich mit einer Fotodokumentation einen Blick hinter die Kulissen der ehrenamtlichen Arbeit werfen und zeigen in welcher Weise und mit welchen Mitteln Menschen in sozialer Not geholfen wird. Hierfür habe ich die Möglichkeit bekommen, die in Düsseldorf Flingern tätigen Ehrenamtlichen der Lebensmittelausgabe einen Tag dort zu begleiten:

Es dreht sich alles um den „Mittelpunkt Mensch“, um Nächstenliebe und das gegenseitige Unterstützen in unserer Gesellschaft, welches den Lebensstandard Bedürftiger auf vielen Ebenen wenigstens etwas steigern können.

Die Diakonie Düsseldorf unterstützt Menschen in sozialer Not – hauptamtlich und ehrenamtlich. Die MachMit – Freiwilligenzentrale fördert und bietet mehrere Bereiche an, in denen man sich ehrenamtlich engagieren kann – von Lese- und Sprachförderung, über Patenschaften und Besuchsdienste bis hin zur Lebensmittelbereitstellung.

Hilfebedürftige Menschen und Familien, die wenig Geld zur Verfügung haben, bekommen dort die Möglichkeit, Lebensmittel umsonst zu besorgen. Mit einer Anmeldung in der Zentrale und einem Nachweis der bestehenden Not, kann man diese Anlaufstelle einmal die Woche nutzen. Es werden zudem Beratungsgespräche angeboten, um die Menschen kennenzulernen und zusätzlich eine umfangreiche Hilfe auf allen Wegen zur Verfügung zu stellen.

Viele Ehrenamtliche suchen nach einer beendeten beruflichen Laufbahn neue Aufgaben. Anderen helfen und mit ehrenamtlichem Engagement Gutes tun, ist doch eine sinnvolle Lösung – nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Das Team der Lebensmittelausgabe besteht aus 10 Personen. Es sind ganz unterschiedliche Menschen, welche jedoch alle ein gemeinsames Ziel haben – zu helfen. Die Arbeit ist kein Zuckerschlecken – es wird geschleppt, sortiert, man steht den ganzen Tag auf den Beinen und es kann auch oft stressig und fordernd werden. Doch trotzdem besteht das Team schon seit langer Zeit und unterstützt sich gegenseitig. Es entstehen persönliche Beziehungen, die auch privat weiterführt werden. Alle Ehrenamtlichen hier sind positiv, offen und vor allem mit Leidenschaft und Herz dabei.

Der Tag beginnt damit, Lieferungen von der Düsseldorfer Tafel e.V., welche mehrere Lebensmittelgeschäfte anfährt und aussortierte Ware, die für den geschäftlichen Gebrauch nicht mehr nutzbar sind, entgegenzunehmen. Auf dem Hof der Lebensmittelausgabe werden die Lieferungen dann in Kästen und Kartons ausgeräumt und nochmal nach Haltbarkeit und Zustand sortiert. Es werden mehrere Stationen mit Lebensmitteln errichtet, die alle mit Ehrenamtlern besetzt werden. Die Menge der Lieferungen ist immer unterschiedlich und kann immer nur am stattfindenden Tag kalkuliert werden. Das heißt für die Ehrenamtler, jede Woche aufs neue das Beste aus den gegeben Mitteln für die hilfebedürftigen Menschen zu machen. Die danach stattfindende Ausgabe der Lebensmittel ist in 2 Gruppen strukturiert. An erster Stelle stehen Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren, danach kommen Singlehaushalte. Ab 14 Uhr werden die angemeldeten Personen auf dem Hof erwartet und warten bis sie anhand von wöchentlich rotierenden Nummern aufgerufen werden. Sie werden namentlich registriert und dürfen nacheinander die Ausgabe betreten. Drinnen werden sozusagen Ausgaberunden gemacht, bei denen jeder an den verschiedenen Stationen vorbeigeht und Lebensmittel von den Ehrenamtlichen ausgehändigt bekommt. Sobald alle Personen einmal rum sind, ist die Ausgabe beendet und man freut sich darauf sich in der nächsten Woche wieder zu sehen.

 

Gastautorin: Cosima Bohle

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